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BaAka


Lebendige traditionen

Seit vielen Jahrhunderten leben indigene BaAka zusammen mit Sangha-Sangha-Fischern im Wald und entlang der Flüsse des Schutzgebiets Dzanga-Sangha. Die BaAka und die mit ihnen eng verwandten Baka, Mbuti und Batwa sind seit Jahrtausenden in den Regenwäldern des Kongo-  Beckens beheimatet und gehören zu den ältesten Völkern der Erde. Als mythische Fabelvölker waren die “Pygmäen“ schon in der Antike bekannt. Die Lebensweise und Kultur der BaAka ist eng an ihre natürliche Umgebung angepasst. Als traditionell halbnomadische Jäger und Sammler haben sie mit der Zeit einen großen Wissens- und Erfahrungsschatz der ökologischen Prozesse dieser fragilen Landschaften aufgebaut. Diese Verbundenheit mit dem Wald drückt sich unter anderem in zahllosen Legenden, Liedern und Tänzen aus. Vor allem die polyphone Musik der BaAka mit ihren mehrstimmigen Gesängen ist weltweit bekannt und wurde von der UNESCO zum immateriellen Weltkulturerbe ernannt. Die soziale Organisation der BaAka zeichnet sich durch Gemeinschaftsorientierung und Egalität aus.


Ausbeutung und Diskriminierung

Der Abholzung des afrikanischen Regenwaldes sind schon unzählige waldlebende Menschen  zum Opfer gefallen. Und auch dort, wo die letzten BaAka-Völker fortbestehen, geraten diese unter zunehmenden Druck. Mit etwa 3.500 Menschen stellen die indigenen BaAka und  Sangha-Sangha eine Minderheit im Schutzgebiet Dzanga-Sangha dar, dessen Bevölkerung in den letzten 20-30 Jahren auf etwa 10.000 Menschen angestiegen ist. Wilderei, Überfischung und illegaler Holzschlag sind nicht nur eine Gefahr für den Erhalt des Schutzgebietes, sondern bedrohen auch die Existenzgrundlagen der indigenen Bevölkerung.      Ein zunehmend sesshaftes Leben in den Dörfern, das Ausbeutung, Diskriminierung, Armut und Krankheiten mit sich bringt, kennzeichnet ihre Situation. Viele Dörfer haben keine Gesundheitsversorgung; die Lebenserwartung der BaAka liegt bei durchschnittlich 40 Jahren. Der eingeschränkte Zugang zu Schulbildung führt zu einer hohen Analphabetenrate von ca. 80-90%, einem geringen Rechtsbewusstsein und mangelnder  politischer Teilhabe.


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Kultur des Waldes

Die mündlich überlieferte Kultur und Geschichte der BaAka und Sangha-Sangha, die eng mit den Wäldern und Flüssen von Dzanga-Sangha verbunden ist und ohne Verschriftlichung und historische Zeugnisse wie Bauwerke auskommt, ist aufgrund der Übernutzung der natürlichen Ressourcen und in Folge der gesellschaftlichen Umbrüche stark gefährdet. Die fehlende Wertschätzung ihrer Lebensweise von Seiten der dominanten Bevölkerungs- gruppe der Bantu untergräbt die Kontinuität der althergebrachten Traditionen und ökologischen Wissenssysteme und verhindert deren Weitergabe an die nächsten Generationen.